Hamster

Allgemeines

Bevor Sie sich ein Tier anschaffen, sollten Sie sich mit seinen Lebengewohnheiten vertraut machen. Viele Menschen glauben, ein Hamster sei ein niedliches, kleines Tierchen, das problemlos in jeden Haushalt passt. Zwar verursacht ein Hamster nicht denselben Aufwand wie ein Hund oder eine Katze, jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es sich um ein Lebewesen handelt und man seine Bedürfnisse respektieren muss, um ihm einen halbwegs natürlichen Lebensraum zu schaffen. Hier finden Sie nützliche Tipps und Anregungen rund um den Hamster. Um ihren Hamster so richtig zu verstehen, sollten Sie es jedoch nicht versäumen, sich weitere, im Zoofachhandel erhältliche Lektüre zu besorgen und zu lesen. Wenn Sie sich die beschriebenen Regeln zu Herzen nehmen, werden Sie sicher viel Spaß mit Ihrem Hamster haben!

Käfigausstattung

Obwohl der Hamster selbst nur über eine geringe Körpergröße verfügt, braucht er ein relativ großes Territorium. Da Hamster ursprünglich Wüstentiere sind, die ihre Bauten unterirdisch anlegen, um vor Feinden sicher zu sein, legen sie in freier Wildbahn täglich große Strecken zurück, um Futter zu sammeln. Der Käfig sollte die größtmögliche Basisfläche besitzen und sich nach Möglichkeit über mehrere "Etagen" erstrecken. Hamster sind Kletterkünstler und wagen sich gerne hoch hinaus.

Um dem Laufdrang nachzukommen, bekommt der Hamster ein Laufrad, in dem er überschüssige Energie abbauen kann. Ideal sind Metallräder, da sie beknabbert werden können, ohne dem Hamster zu schaden. Die Bauart des Rades muss jedoch eine Verletzungsgefahr ausschließen z. B. durch eine geschlossene Lauffläche.

Wichtig ist ein geschlossenes Schlafhäuschen, in dem sich das Tier ein "Nest" bauen kann. Nistmaterial wird im Fachhandel angeboten. Als Einstreu werden Sägespäne verwendet. Von anderem Füllmaterial wie z. B. Katzenstreu wird abgeraten, da die scharfkantigen Körnchen die empfindlichen Füße des Hamsters verletzen können. Zur Geruchsbindung bekommt man spezielle Streus, ähnlich dem Katzenstreu, die in den Ecken des Käfigs verteilt wird. Da Hamsterurin sehr scharfriechend ist, sollte der gesamte Käfig einmal pro Woche komplett gereinigt werden. Hierbei sollte die gesamte Einstreu gewechselt werden.

Verwenden Sie zur Reinigung keine chemischen Reinigungsmittel, da Rückstände dem Hamster schaden können. Säubern Sie von Zeit zu Zeit auch das Schlafhäuschen, wenn der Hamster leicht verderbliche Lebensmittel wie Obst oder Gemüse hineingetragen hat.

Weitere Käfigausstattung wird vielfältig im Handel angeboten. Des weiteren benötigen Sie ein Futter- und ein Wassergefäß. Zur Wasseraufnahme ist auch eine der Größe des Hamsters entsprechende Nippeltränke geeignet. Bei Nippeltränken ist jedoch eine tägliche Reinigung dringend erforderlich.

Beim Futtergefäß ist besonders darauf zu achten, dass das Tier sich nicht hineinsetzen kann. So können unliebsame Verunreinigungen vermieden werden!

Käfigstandort

Da der Hamster nachtaktiv ist, sollte der Käfig am Tag in einem abgedunkelten, ruhigen Raum stehen. Achten Sie darauf, dass dieser Raum zugfrei ist und eine Temperatur von 10 C - 22 C hat. Wählen Sie am besten einen Standort, an dem das Tier am Tag in Ruhe schlafen, nachts jedoch Lärm machen darf.

Allergie

Stellen Sie vor der Anschaffung des Hamsters sicher, dass nicht eines Ihrer Familienmitglieder allergisch reagiert. Wenn nach dem "Einzug" des Tieres eine Allergie festgestellt wird, kann es sehr schwierig werden, das Tier wieder abzugeben. Tierfachgeschäfte behalten sich vor, bereits verkaufte Tiere wieder zurückzunehmen.

Kinder

Auch wenn der Hamster ein Kleintier ist, ist er nicht als Spielkamerad für Kinder geeignet! Der Hamster kann aufgrund seiner Körpergröße Kindern leicht aus der Hand fallen oder übersehen werden. Des weiteren sind Hamster absolut nachtaktiv, so dass es schwierig wird, eine Beziehung zu Kindern aufzubauen. Wenn der Hamster aufsteht, gehen die Kinder ins Bett. Wird der Hamster aus falsch verstandener Zuwendung während seines Schlafes am Tag oft geweckt, wird das soviel Stress bei dem kleinen Tier verursachen, dass es über kurz oder lang an diesen Strapazen sterben wird. Versuchen Sie also nicht, Ihren Hamster "umzupolen", sondern respektieren Sie seine Gewohnheiten!

Haustiere

Es sollte selbstverständlich sein, dass der Kontakt zwischen Hamster und anderen Haustieren (auch Kleintieren) vermieden wird. Da Hamster ohnehin ausgesprochene Einzelgänger sind, wird die Begegnung mit Hund oder Katze nicht zum Zähmungsprozess beitragen. Bitte beachten Sie, dass Hamster grundsätzlich allein gehalten werden müssen! Zum einen um eine unkontrollierte Vermehrung auszuschließen (Hamster können mehrere tausend Nachkommen pro Jahr zeugen!!!), zum anderen würde ein dominanter Hamster seinen unterwürfigen Artgenossen solange "bekämpfen", bis dieser an des Folgen des Stresses stirbt. Aus Unwissenheit kaufen viele Menschen ihrem Hamster einen Artgenossen ("er war so alleine"): Bitte verzichten Sie zum Wohl des Tieres darauf. Es schadet mehr als es hilft!

Finanzen

Ein weiterer Punkt, der vor der Anschaffung eines Hamsters überdacht sein will, ist die finanzielle Situation. Nach dem Sprichwort "Kleinvieh macht auch Mist", ist zu bedenken, dass der Anschaffungspreis eines Hamsters an sich nicht zu den Kosten in Relation steht, die er verursachen kann! Neben wiederkehrenden Kosten für Futter, Einstreu und Zubehör können regelmäßige Tierarztkosten hinzukommen. Wird der Hamster krank und muss eine längere Behandlung in Betracht gezogen werden, muss für die Genesung des Tieres der ein oder andere Euro ausgegeben werden.

Auslauf

Bekommt der Hamster Auslauf in Ihrer Wohnung, achten Sie darauf, dass er sich ebenerdig aufhält, d. h. nicht an Gardinen usw. hinaufklettert. Bereits ein Sturz aus geringer Höhe kann für das Tier tödlich enden! Ebenso müssen alle weiteren Gefahrenquellen wie Elektrokabel und - geräte, offene Fenster und Türen, Haustiere und schlecht einsehbare Ecken und Nischen (Hamster kriechen gerne hinter Schränke!) beseitigt werden. Teilen Sie allen Familienmitgliedern mit, wenn der Hamster läuft um versehentliches Drauftreten zu vermeiden. Bewegen Sie sich in Räumen, in denen sich der Hamster frei aufhält, mit äußerster Vorsicht. Beschäftigen Sie sich, wenn das Tier wach ist, so viel wie möglich mit ihm; nur so kann es handzahm werden! Sollten Sie Ihrem Hamster einmal nicht so viel Aufmerksamkeit widmen können, wird er es Ihnen nicht übel nehmen. Hamster sind keine Schmusetiere, jedoch sollte bei wenig Freilauf auf ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb seines Käfigs geachtet werden.

Futter

Hamster sind Gemischtköstler, d. h. sie ernähren sich neben Getreide, Obst und Gemüse auch gelegentlich von Fleisch. Bieten Sie Ihrem Hamster einen abwechselungsreichen Speiseplan, indem Sie ihm als erstes handelsübliche Fertigkörnermischungen geben. Diese enthalten alle wichtigen Nähr- und Ballaststoffe, außerdem alle Vitamine. Weiterhin sollte immer ein Stückchen Obst oder Gemüse vorhanden sein. Wichtig: Da Hamster, wie der Name schon sagt, alles einlagern, sind kleine Mengen Frischfutter angebracht. Besonders leicht verderbliche Lebensmittel werden gehamstert und können, im Hamsterhaus versteckt, schimmelig werden. Bringen Sie Ihrem Hamster jedoch keine selbstgepflückten Pflanzen mit. Diese können giftig, oder durch Autoabgase so mit Schadstoffen belastet sein, dass sie ihm nicht bekommen. Näheres können Sie unter http://www.botanikus.de/botanik3/tiere/tiere.htlm erfahren.

Den kleinsten Teil der Hamsternahrung stellt Fleisch dar, das in Form von Gehacktem oder auch als Lebendfutter gegeben werden kann. Eine Delikatesse sind Mehlwürmer; jedoch scheuen sich die meisten Menschen, ihrem Hamster lebende Würmer anzubieten. Für die körperliche Entwicklung des Tieres sind sie jedoch wegen ihres Eiweissgehaltes förderlich. Auch über einen Klecks Natur- oder Fruchtjohurt freut sich der Hamster. Um seine Zähne kurz zu halten, muss der Hamster nagen. Das kann er mit einer speziell für Nager erhältlichen "Knabberstange", bei der gehärtetes Getreide und Früchte mit einem Holzstab verklebt sind. Aber auch Hundekuchen oder ein Stück hartes Brot halten die Zähne des Hamsters kurz.

Krankheiten und Lebensalter

Hamster haben im Allgemeinen eine Lebenserwartung von 2 - 3 Jahren. Die Lebenserwartung hängt immer von den jeweiligen Haltungsumständen ab. Zeigt das Tier im Laufe seines Lebens erste Anzeichen von Krankheit, gehen Sie bitte sofort zum Tierarzt. Der Hamster ist zwar "nur" ein kleines Tier, jedoch hat auch er bei Krankheit Anspruch auf sofortige Hilfe.

Bei jungen Hamstern kann es zur sog. "Nassschwanzkrankheit" kommen. Dabei ist das Hinterteil immer feucht, egal wie oft der Hamster sich putzt. Die Krankheit endet bei nicht rechtzeitiger Erkennung tödlich. Im Alter ist die Entstehung von Tumoren verbreitet. Aufgrund seiner geringen Körpergröße ist ein Hamster nicht operationsfähig. Deshalb ist es zu empfehlen, das Tier im Falle einer notwendigen, aber nicht durchführbaren Operation einschläfern zu lassen.

Vereinzelt können auch Pilzinfektionen auftreten, die mit Hilfe von Medikamenten schnell abklingen.

Bitte beachten Sie, dass Hamster sehr saubere Tier sind. Sie putzen ihr Fell mehrmals am Tag. Baden Sie Ihren Hamster auf keinen Fall! Wichtig: Junghamster bis zum Alter von 6 Monaten können Hirnhautentzündungen übertragen! Nehmen Sie den Hamster nicht an Ihr Gesicht und waschen Sie sich nach intensivem Kontakt die Hände.

Hamster fallen nicht unter das Tierbeseitigungsgesetz. Sie dürfen also im Garten begraben werden.

Für weitere Informationen und dem Austausch mit anderen Hamsterfreunden klicken Sie einmal auf http://www.hamsterhilfe-nrw.de

Tina Franzgrote

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