Hunde

Einige gute Vorüberlegungen

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben einen guten Entschluss gefasst. Sie haben sich nämlich dafür entschieden, die Welpen-"Produktion" von leider schon zu vielen unseriösen Zuchtstätten nicht zu unterstützen. Natürlich gibt es auch seriöse Züchter. Diese Züchter können aber nicht den großen Wunsch deutscher Bürger nach einem Welpen stillen. Die Nachfrage ist so groß, dass Qualzuchten und illegale Einfuhren aus Ländern wie Tschechien und Polen an der Tagesordnung sind. Jedes Jahr werden an die 500.000 Welpen gekauft!

Gleichzeitig werden jedes Jahr etwa 4.000 - 5.000 Hunde ins Tierheim abgeschoben und verbringen nun ihr Leben hinter Gittern. Auch sie waren zum großen Teil einmal freudig gekaufte niedliche, kleine Hundebabys. Dann kamen die ersten Familienurlaube ... wohin mit dem Hund ... die Tierpension ist teuer ... gut, dass es noch das Tierheim gibt!

Was machen Sie in Ihrem Urlaub mit dem Hund? Die Kinder werden älter, interessieren sich mehr für Fussball oder für einen Partner/in ... und alles bleibt meist an der Mutter hängen. Aber die Mutter will oder muss nun auch wieder arbeiten gehen ... der Hund kann nicht allein bleiben, der Hund zerbeißt die Einrichtung während seiner Angstattacken und ... gut, dass es noch das Tierheim gibt!

Gehen Sie einer regelmäßigen Arbeit nach? Keine Angst, ich bin nicht der Meinung wie manche Tierschützer, dass Vollzeitarbeitende Menschen keinen Hund halten sollten! - Viele Tierschützer arbeiten ja auch und halten trotzdem Hunde!

Warum spreche ich diesen Punkt denn überhaupt an? Ganz einfach, denn "ich arbeite wieder und habe deshalb keine Zeit mehr für den Hund" ist einer der häufigsten Abgabegründe!

Wie ist ihr Hund versorgt, wenn Sie arbeiten? Gibt es jemanden, der sich dann um ihn kümmern kann? Was wird mit ihm, wenn Sie z. B. in eine andere Stadt versetzt werden? Was ist, wenn er unter Trennungsangst leidet? Sind Sie bereit und in der Lage, mit dem Hunde zu arbeiten, einen Hundetrainer zu bezahlen?

Die Jahre schreiten voran; der süße kleine Welpe wird älter und älter ... joggen muss Frauchen oder Herrchen jetzt allein ... und dann wird der Hund auch noch krank! Die Tierarztkosten steigen und steigen .... gut, dass es noch das Tierheim gibt!

Sind Sie bereit, Ihrem Hund bei Erkrankungen und auch im Alter beizustehen? Und wenn sein letzter Weg bevor steht! Sind Sie dann (noch) da?

Ich weiß, all diese Gedanken hatten Sie auch und Sie haben ein wenig Angst davor, Ihr Leben eben doch nicht zehn oder sogar fünfzehn Jahre lang so planen zu können, dass Sie Ihrem Hund ein zuverlässiger Freund in allen Lebenslagen sein können. Aber Sie haben es sich fest vorgenommen und Sie wollen dafür kämpfen, wenn es sein muss.

Sie sind die/der Richtige für unsere Tierheim-Hunde!

Isolde Lorenz

Geschichte

Der Hund stammt vom Wolf ab. Vor ca. 15.000 Jahren begannen Menschen mit den Wölfen zusammen zu leben. Der Mensch zähmte die Wölfe und sie dienten als Wärmespender, Wächter und Jagdkumpanen. Irgenwann griff der Mensch in die Vermehrung ein. Er ließ nur bestimmte Verpaarungen zu, um die erwünschten Eigenschaften der Tiere zu erhalten. Dieses Vorgehen wurde über mehrere Generationen durchgeführt. Durch diesen Mechanismus entstand in Tausenden von Jahren die Familie des Hauswolfes. Heute gibt es weit mehr als 400 Hunderassen.

Anschaffung

Bevor man sich einen Hund anschafft, sollte man sich vorher gründlich überlegen, ob ein Hund das richtige Haustier ist. Dazu sollte man sich folgende Fragen stellen und diese auch auch ehrlich beantworten:

Haben Sie sich grundlegendes Fachwissen angeeignet?

Lässt sich ihr eigener Lebensstil mit den Bedürfnissen des Tieres vereinbaren?
- Können Sie einen Teil Ihrer Freizeit auf das Tier abstimmen? Ein Hund braucht je nach Größe mindestens 1 - 2 Stunden Auslauf pro Tag bei jedem Wetter!
- Können Sie damit leben, dass Ihr Hund Schmutz und Haare in Ihrer Wohnung hinterlässt?
- Sind Sie bereit, für mindestens 10 - 15 Jahre die Verantwortung zu übernehmen?
- Sind eventuelle Lebensänderungen in absehbarer Zeit bekannt und können Sie auch dann für den Hund Sorge tragen?
- Sind Sie bereit, mit dem Hund nicht nur in guten, sondern auch in schlechten und schwierigen Tagen miteinander zusammen zu leben, z. B. wenn er irgendwelchen Unsinn angestellt hat?

Haben Sie genügend Zeit für die Pflege Ihres Hundes?
- Können Sie gewährleisten, dass Ihr Hund täglich Futter und frisches Wasser bekommt?
- Haben Sie genügend Zeit, um Ihrem Hund die nötige Zuwendung zukommen zu lassen?
- Haben Sie genügend Zeit für die Fellpflege Ihres Hundes?

Ist das räumliche Umfeld für einen Hund gegeben?
- Ist Tierhaltung in Ihrer Wohnung erlaubt?
- Haben Sie genügend Platz für Ihren Hund?
- Haben Sie noch andere Haustiere? Wenn ja überlegen Sie, ob sich Ihr Hund mit den anderen Tieren verstehen wird!
- Wie sieht es mit der Tiersicherheit in Ihrer Wohung aus?

Sind Sie in der Lage, für die Kosten aufzukommen?
- Können Sie die Kosten für die Grundausstattung (Spielzeug, Halsband, Leine, Behausung usw.) aufbringen?
- Hunde müssen mehrmals im Jahr entwurmt und einmal im Jahr geimpft werden. Sind Sie in der Lage, für diese Kosten aufzukommen?
- Außerdem bedenken Sie, dass Sie für Ihren Hund eine Haftpflichtversicherung abschließen müssen.
- Des Weiteren müssen Sie Hundesteuer für Ihren Hund an die Stadt zahlen.
Um Ihnen einen Anhaltspunkt zu geben, was ein Tier pro Jahr an Kosten verursacht, hat die Zeitschrift "Das Tier" ausgerechnet, dass man mit Kosten von ca. 700 Euro pro Jahr für einen mittelgroßen Hund rechnen muss.

Wie sind die Reaktionen des menschlichen Umfelds?
-
Sind alle Mitglieder der Wohnungsgemeinschaft damit einverstanden, dass ein Hund angeschafft wird?
- Sind Kinder, die im Haushalt leben, alt und vernünftig genug? Bedenken Sie, ein Hund ist KEIN Spielzeug!
- Wie ist die Meinung von Bekannten und Freunden zum Thema "Hund"? Dürfen Sie Ihren Hund zu Ihren Freunden und Bekannten mitbringen?
- Sie müssen sich im Klaren darüber sein, dass Sie in der heutigen Zeit von Nicht-Hundebesitzern angefeindet werden können, da die Gesellschaft heute zwischen Hundefreunden und Hundegegnern gespalten ist.

Haben Sie gesundheitliche Probleme?
Leiden Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder unter einer Hundehaarallergie?

Was passiert mit dem Hund im Urlaub?
- Am schönsten für Ihren Hund ist es natürlich immer, wenn er mit in den Urlaub fahren kann. Dann sollten Sie aber auch hundefreundlichen Urlaub machen (können). Temperaturen von 30 C am Strand in Spanien sind für einen Hund weniger geeignet.
- Wenn Ihr Hund nicht mit in den Urlaub genommen werden kann; welche Unterbringungsmöglichkeiten gibt es dann während der Urlaubszeit? Es gibt Tierhotels, wo Sie Ihren Hund während des Urlaubs unterbringen können. Aber es ist Vorsicht geboten. Nicht jedes Tierhotel hält, was es verspricht. Daher kontrollieren Sie genau, wo Ihr Hund die Zeit während Ihres Urlaubs verbringt. Lassen Sie sich alles genau zeigen und fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas "komisch" vorkommt. Denn der Urlaub ist für den Menschen die schönste Zeit des Jahres! Soll es Ihrem Hund anders ergehen?

Was passiert mit Ihrem Hund, wenn Sie einmal krank werden?
- Gibt es Freunde oder Nachbarn, die sich um Ihren Hund kümmern können?
- oder müssen Sie auf ein Tierhotel zurück greifen?

Wer kümmert sich um Ihren Hund, falls er einmal krank wird?
- Wer bringt das Tier zum Tierarzt?
- Wer pflegt das Tier gesund?
- Bedenken Sie, dass auch Aufgaben wie Erbrochenes und Durchfall aufwischen, stinkende und eiternde Wunden auswaschen o. ä. auf Sie zukommen können! Sollten Sie sich vor solchen Tätigkeiten ekeln und im Notfall Ihrem Hund keine Hilfe garantieren können, sollten Sie die Anschaffung des Hundes noch einmal gründlich überdenken!

Wenn Sie die o. g. Punkte sorgfältig geklärt haben und der Anschaffung eines Hundes nichts im Wege steht, kommen aber noch weitere Fragen auf Sie zu ...

Woher hole ich mir meinen Hund?

Da gibt es viele verschiedene Möglichkeiten!

Eine davon ist der Züchter. Aber es stellt sich doch auch die Frage: Muss es denn immer ein Hund von einem Züchter sein?

Manche Menschen argumentieren, dass sie eine bestimmte Rasse möchten, die es nicht im Tierheim gibt. Das ist nicht immer so. Es sitzen viele reinrassige Hunde in unseren Tierheimen! Mittlerweile gibt es auch schon Vereine, die sich nur um bestimmte Rassen kümmern.

Manche Menschen scheuen sich trotzdem, einen Hund aus dem Tierheim zu sich zu nehmen, da sie nicht wissen, was der Hund schon alles erlebt hat und außerdem lieber einen Welpen möchten.

Natürlich gibt es auch viele Welpen, die in Tierheimen leben und auf ein schönes neues Zuhause warten!

Aber bei fast allen Hunden kann das Tierheimpersonal sagen, wie sich der Hund in bestimmten Situationen verhält, da dies vorher getestet wurde.

Möglicherweise muss man Tierheimhunden nur ein wenig mehr Zeit geben. Aber hat sich der Hund erst einmal richtig eingelebt, wird er es Ihnen in Form von Liebe und Anhänglichkeit sehr danken, dass Sie ihm ein neues Zuhause gegeben haben.

Es wäre schön, wenn Sie sich für ein Tier aus einem Tierheim entscheiden und nicht nur die Züchter unterstützen würden. Es gibt schon genügend Hunde auf dieser Welt. Denkt man nur einmal an die Straßenhunde. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, einem solchen Hund ein schönes Zuhause zu geben. Es gibt viele Vereine, die sich um Straßenhunde im Ausland kümmern.

Christoph Engels

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