Katzen

Die erste Katze

"Sollen wir oder sollen wir nicht?! Sie ist doch sooooo süß und besser als im Tierheim hat sie es bei uns allemal."

So oder so ähnlich ging es schon vielen, die mit dem Gedanken gespielt haben, eine Katze bei sich aufzunehmen.

Doch so einfach, wie man sich das vorstellt, ist es leider nicht immer!

Darum sollte man sich einige Gedanken machen, sich informieren und bestimmte Dinge mit Freunden, Bekannten, Vermietern und Nachbarn abklären, bevor nun der kleine oder große Stubentiger mit zu Ihnen nach Hause kommt!

Vorüberlegungen

Zunächst sollten Sie sich folgende Fragen stellen und ehrlich beantworten:

- Sind Haustiere in meiner Wohnung überhaupt erlaubt?

- Sind alle Familienmitglieder mit dem Tier einverstanden?

- Besteht eine Tierhaarallergie in der Familie?

- Bin ich bereit, das Tier die nächsten 20 Jahre (so alt können Katzen werden) zu versorgen, egal was kommt?

- Kann ich die Kosten für Futter, Streu, Impfung usw. aufbringen?

- Wohin mit dem Tier in der Urlaubszeit oder bei Krankenhausaufenthalten?

- Habe ich abends nach der Arbeit Lust, mit dem Tier zu spielen?

- Bin ich mir darüber im Klaren, dass Katzen dämmerungsaktiv sind und fast den ganzen Tag über schlafen?

- Ist es schlimm, falls mal die Möbel als Kratzbaum dienen oder der Weg zum Klo zu weit ist?

- Wenn eine Katze als reines Wohnungstier gehalten wird, es vielleicht besser ist, 2 Katzen zu nehmen und das natürlich dann doppelte Kosten und Arbeit verursacht?

Ausstattung

Sind nun alle Dinge abgeklärt und haben Sie sich für ein Tier entschieden, dann heißt es erst einmal einkaufen! Man benötigt:

- Futternäpfe (am besten Keramik oder Metall)
- mindestens ein Katzenklo
- Katzenstreu
- Katzenfutter
- Kratzgelegenheiten z. B. Kratzbaum oder Kratzbrett
- Spielzeug
- Bürste für die Fellpflege

Krankheiten und Prävention


Katzenschnupfen
Der Katzenschnupfen ist eine recht komplexe Krankheit, die sowohl von Viren, als auch von Bakerien ausgelöst wird. Es handelt sich um eine Tröpfcheninfektion, die durch Nasensekret oder Speichel übertragen wird. Der Schnupfen beginnt nach ca. 4 bis 6 Tagen mit tränenden Augen, Nasenausfluss und Fieber. Dadurch, dass die Katze nichts riecht und die Mundschleimhaut angegriffen ist, frisst sie nicht mehr.

Die Krankheitsdauer beträgt im Durchschnitt 10 Tage und kann bei nicht rechtzeitiger Behandlung chronisch werden. Eine tierärztliche Behandlung ist also dringend erforderlich. Als vorbeugende Maßnahme gegen den Schnupfen sollte das Tier regelmäßig geimpft werden.


Katzenseuche
Die Katzenseuche wird ausschließlich durch einen Virus ausgelöst. Eine bereits infizierte Katze scheidet den Erreger mit ihrem Kot aus und überträgt ihn somit nicht durch direkten Körperkontakt. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Mensch den Erreger durch die Schuhe oder die Kleidung überträgt. Symptome sind Appetitlosigkeit, allgemeine Unlust und Teilnahmslosigkeit. Hinzu kommen Durchfall und Erbrechen, was zum Austrocknen und dadurch zum Tod führen kann.


FIV
FIV, auch "Katzenaids" genannt, wird in erster Linie durch Blut/Bisse übertragen. Bis die Krankheit ausbricht, können mehrere Jahre vergehen. Es gibt leider, wie beim HIV des Menschen, keinen Impfstoff gegen diese Krankheit und es gibt auch keine Behandlungsmethoden. Es kann nur versucht werden, das Immunsystem der Katze zu stärken. Die Symptome der Krankheit können sehr unterschiedlich ausfallen, da es sich um eine Immunschwäche handelt und dadurch sämtliche Krankheiten wie z. B. Durchfall oder Zahnfleischentzündungen ausbrechen können. Es kann so weit gehen, dass Tumore entstehen oder die Nieren versagen. Die Krankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar!


FIP
FIP (ansteckende Bauchfellentzündung) ist eine komplexe und tödlich verlaufende Krankheit, die über die Katzentoilette oder den Futternapf übertragen wird. Sie beginnt mit Appetitllosigkeit, Fieber und Bewegungsunlust. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es entweder zu Wasseransammlungen in der Bauchhöhle oder Herzbeutel (feuchte Form) oder zu knötchenartigen Veränderungen an inneren Organen (trockenen Form).

Leukose
Auch die Leukose gehört zu den ansteckenden Infektionskrankheiten bei der Katze. Sie ist in der Art ihrer Symptome ein wenig mit der Leukämie beim Menschen vergleichbar (ist aber nicht auf den Menschen übertragbar!). Es tritt eine erhöhte Anfälligkeit für andere Erkrankungen ein. Das kann sich in Zahnfleischentzündungen, Organerkrankungen, Tumoren etc. zeigen. Häufig werden erste Anzeichen durch Appetitlosigkeit Teilnahmslosigkeit u. ä. wahrgenommen. Die Leukose wird durch Speichel, Kot, Urin übertragen und so stellen Futternäpfe und Katzentoiletten mögliche Infektionsquellen dar. Vorbeugend kann gegen Leukose geimpft werden. Fragen Sie hierzu Ihren Tierarzt. Ansonsten bleibt nur, das Immunsystem des infizierten Tieres zu stärken. Manche Katzen infizieren sich zwar und können dann auch Artgenossen anstecken, erkranken selbst aber erst nach Wochen, Monaten oder Jahren. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, gibt es in aller Regel keinerlei Rettung mehr und das Tier sollte erlöst werden, wenn das Leiden zu groß wird und das Tier keine Lebensfreude mehr hat.

Parasiten Würmer
Ob eine Katze Würmer hat oder nicht, erkennt man erst sehr spät. Symptome sind Abmagerung, Fellveränderung und oft auch Durchfall. Es gibt verschiedene Arten, wie z. B. Spulwärmer, Bandwürmer und Hakenwürmer, wovon manche auch auf den Menschen übertragbar sind. Auch wenn man selber keine Katze besitzt, können manche Arten durch Berührung mit Katzenkot übertragen werden, den man häufig im Sandkasten findet. Als vorbeugende Maßnahme sollte die Katze regelmäßig entwurmt werden. Ein passendes Mittel erhalten sie bei ihrem Tierarzt. Um eine Übertragung auf den Menschen zu verhindern, sollten Sandkästen abgedeckt, die Hände regelmäßig gewaschen und Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich gesäubert werden.

Parasiten Flöhe
Flöhe sind kleine Ektoparasiten, die sich von dem Blut ihres Wirtes ernähren und durch ihren Speichel eine allergische Reaktion auslösen können. Es entstehen die bekannten roten, juckenden Pusteln. Wenn sich eine Katze ständig kratzt und plötzlich aus dem Schlaf aufschreckt und sich beisst oder kleine schwarze Punkte im Fell zu sehen sind, dann kann man sicher sein, dass die Katze Flöhe hat und sie sollte durch ein entsprechendes Mittel vom Tierarzt entfloht werden. Das Entflohen der Katze kann auch präventiv durchgeführt werden, damit sich erst gar keine Flöhe einnisten. Flöhe sind nicht nur auf dem Tier selber zu finden, sondern auch in Teppichen oder Decken, auf denen sich die Katze gerne aufhält. Diese müssen daher bei einem bestehenden Befall auch behandelt werden.

Parasiten Ohrmilben
Sie werden durch Körperkontakt von Tier zu Tier übertragen. Befallen werden meistens die äußeren Gehörgänge, die mit einer schwarzen Kruste, den Ohrmilbenschmutz, befallen sind. Auch ständiges Kratzen oder Kopfschütteln sind ein Anzeichen für Ohrmilben. Wird nichts gegen diese Parasiten unternommen, so kann es zum Trommelfelldurchbruch, Mittelohrentzündung oder Taubheit kommen.

Parasiten Zecken
Sie haben bei Katzen die gleichen Wirkungen wie beim Menschen auch. Sie befallen den Wirt und saugen sich mit Blut voll. Dabei können sie Krankheiten übertragen. Deshalb sind Zecken nicht ganz ungefährlich. Ist die Katze von einer Zecke befallen, so sollte die Zecke mit einer Zeckenzange entfernt werden. Danach müssen die Einstichstellen beobachtet werden. Sollten Reizungen oder Entzündungen auftreten, ist ein Besuch beim Tierarzt notwendig.

Zahnerkrankungen
Nach 6 bis 7 Monaten ist die zweite Zahnbildung abgeschlossen. Nun können, wie beim Menschen auch, die Zähne von Karies, Zahnfäule oder Zahnstein befallen werden. Zahnstein sollte regelmäßig vom Tierarzt entfernt werden, denn durch Zahnstein entsteht meist eine Zahnfleischentzündung. Solch eine Zahnfleischentzündung macht sich durch Mundgeruch bemerkbar.

Tollwut
Tollwut wird durch Wildtiere übertragen und ist für Tier und Mensch extrem gefährlich! Aus diesem Grund sollten gerade Katzen, die Freigang haben, gegen Tollwut geimpft sein.

Allgemeines


Kastration

Kater und Katzen werden im Alter von 6 bis 12 Monaten geschlechsreif und sollten dann auch kastriert werden. Bei der Kastration werden dem Kater die Hoden und der Katze die Eierstöcke entfernt. Die Geschlechtsreife äußert sich bei der Katze durch die sog. Rolligkeit. Sie ist in dieser Zeit sehr verschmust und streckt beim Streicheln den Hintern extrem in die Luft. Auch ständiges Maunzen und der Versuch, aus der Wohnung auszubüchsen sind Anzeichen für die Rolligkeit. Der Kater fängt in der Regel an, sein Revier, also auch die Wohnung, zu markieren.

Gefahren
Es ist klar, dass drausen viele Gefahren für die Katzen lauern (Verkehr, Katzenfänger, etc.), aber auch daheim ist nicht immer ganz so sicher, wie man meint. Gefahrenquellen innerhalb des Hauses können z. B. durch Kippfenster, Waschmaschinen, ungesicherte Balkone, heiße Herdplatten und auch manche Grünpflanzen sein. Also am besten vor dem Waschen in die Waschmaschine schauen, ob auch niemand drin sitzt, Zimmerpflanzen überprüfen, ob giftige Exemplare dabei sind (nachgeschaut werden kann unter http://www.botanikus.de/botanik3/tiere/tiere.html) und ggf. entfernen und Kippfenster und Balkone speziell absichern.

Zu den giftigen Pflanzen zählen Christusdorn, Wunderstrauch, Becherprimel, Korallenbäumchen, Weihnachtsstern, Topfazalee und Diefenbachie u. a.. Ungefährlich dagegen sind Papyrus,, Hfer, junger Weizen und natürlich Katzengras.

Ganz wichtig ist auch zu erwähnen, dass die gut gemeinten Flohhalsbänder und auch die normalen Halsbänder zur tödlichen Falle für den kleinen Schmusetiger werdenn können. Wenn die Katzen damit an Ästen oder Sträuchern hängen bleiben können sie sich eventuell strangulieren!!!

Chippen, Tätowierung
Das Chippen oder die Tätowierung und die damit verbundene Registrierung in einer deutschlandweiten Kartei helfen dabei, entlaufene Katzen wieder nach Hause zu bringen. Der Chip, der unter die Haut der Katze gesetzt wird, enthält eine Nummer, die durch ein Lesegerät gelesen werden kann. Zu dieser Nummer werden Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer der Besitzer gespeichert. Dadurch ist es den Tierheimen und Tierärzten möglich, die Besitzer der Tiere ausfindig zu machen und lange Suchereien über Presse oder Steckbriefe bleiben erspart.

Nina Marquardt

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